Die moderne Kuh

Retorten-Milch

Politik | aus FALTER 32/07 vom 08.08.2007

Starbuck hat geschafft, wovon Männer träumen: Der Zuchtstier hat in 45 Staaten 200.000 weibliche Nachkommen gezeugt - auch wenn er den Müttern nie begegnet ist. Dafür hat das Centre d'insémination artificielle du Québec mit Starbucks Sperma 25 Millionen Dollar verdient. Wegen des großen Erfolges wurde der Bulle zwölf Jahre nach seinem Tod geklont. Jetzt erledigt Starbuck II den Job des Vaters.

Die industrielle Milchwirtschaft hat aber auch die Kühe verändert: Durch Hochzüchtung haben sie ein Leistungspotenzial von 10.000 Litern pro Jahr. Vor fünfzig Jahren waren es etwa 1000 Liter. Diese enorme Leistungssteigerung geht an die Substanz. Nach zwei bis drei Jahren ist eine Hochleistungskuh meist ausgelaugt, wirft zu wenig Gewinn ab und landet auf dem Schlachthof.

Forscher haben bereits Kühe geklont, deren Milch sich besonders schnell zu Käse verarbeiten lässt oder die Milch mit menschlichen Proteinen liefern, aus der Medikamente hergestellt werden sollen. In Neuseeland werden Diätmilch-Kühe gezüchtet. Damit sich die Forschung rentiert, muss etwas dabei herausspringen. Und so wurde im Jänner 2007 vom EU-Patentamt unter der Nummer EP 1330552 das erste Patent auf genmanipulierte Milchkühe erteilt.


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