Presseschau

Medien | Nina Horaczek | aus FALTER 32/07 vom 08.08.2007

Schön, wenn man einen großen Bruder hat. Da kann man viel lernen. News widmete sich vergangene Woche dem Escort-Business, bei dem der Leser nicht nur ein Katalogfoto pro Frau samt Körbchengröße und Stundenhonorar geliefert bekommt, sondern auch einen Artikel über das wahre Leben der käuflichen Frauen. Alles ganz elegant in Goldtönen und mit einer Erotik à la "Eyes Wide Shut" aufgemotzt, erinnern sowohl Cover als auch Artikel allerdings frapant an die Titelgeschichte im Stern vor ein paar Wochen. "Käuflicher Sex" stand in Deutschland auf dem Titelblatt, "Sex à la Carte" heißt es in Österreich. Der Stern schreibt über die Edelprostituierten: "Der alte Pretty-Woman-Mythos." Und was meint News? "Die Pretty-Woman-Geschichte kann es in der Realität nicht geben." Wirkt alles so, als hätte News den Deutschen die Titelgeschichte schnell nachgeschrieben. Aber Gott sei Dank gehören beide Magazine dem Hamburger Verlag Gruner + Jahr, also war es keine feindliche Übernahme einer deutschen Titelgeschichte, sondern wohl der ganz normale Nachahmungstrieb von kleinen Brüdern.


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