Fernsehen

Medien | Julia Ortner | aus FALTER 32/07 vom 08.08.2007

Wenn der Wörthersee zu einer einzigen tiefen Fête blanche verkommt und Thomas Gottschalk in blöden Gehröcken bei den Salzburger Festspielen antanzt, dann ist wieder Jagdsaison für Gesellschaftsberichterstatter. Und dabei zeigt sich deutlich, wer die Kunst der Promibeschau beherrscht - nämlich der Privatsender ATV. Dort spielt Dominic Heinzl in "Hi Society" seine teils gemeinen, immer frechen, oft witzigen Geschichten - frischer, respektloser, unschleimiger Journalismus. In den ORF-"Seitenblicken" hingegen sehen wir staatstragende oder harmlose oder halblustige Gschichteln - nur nicht die Festspielpräsidentin vergrätzen! Irgendwie hat man oft das Gefühl, die "Seitenblicke"-Journalisten liegen dauernd am Bauch vor lauter Angst. Denn mit dem kürzlich erfolgten Wechsel an der Sendungsspitze können sie ihr eigentliches Problem nicht lösen: Tratsch funktioniert halt dann so richtig gut, wenn man sich nicht vor kleinen Untergriffen, fiesen Fragen und etwas Schmutzwäschewaschen scheut. So machen es old school-Formate wie "RTL Exklusiv" vor. Und da kann ein Öffentlich-Rechtlicher niemals mit.


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