"Ich würgte die Schlange"

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 32/07 vom 08.08.2007

LITERATUR In "Don Juan de la Mancha" macht sich Robert Menasse auf die Suche nach der Lust.

Priapisch kess ragt eine rote Chilischote aus dem Glas - der neue Roman von Robert Menasse sieht aus, als würde er in jenes Regal gehören, das in pfiffigen Buchhandlungen Literatur für "Freche Frauen" bereithält. Hat man sich aber erst einmal durch die kalkulierte Derbheit der Eingangspassage gelesen, auf die der Umschlag kokett anspielt, merkt man schnell, dass das Zielpublikum eher müde Männer und bedauernswerte Buben sind.

Das ist zunächst einmal sympathisch, denn trotz des Reigens an Frauen, mit dem es Nathan, der Held, zwischen den Laken zu tun hat - die penetrationsabholde Alice, die geile Barbara, die nach Mottenkugeln (Scheidenpilz!) muffelnde Beate und die nach Achselschweiß stinkende Betty, die fürs Gemüse zuständige Christa, die altmodische Helga, die obszöne Margit, die seriöse Martina, die ejakulierende Niki, die schluckende Steffi und die schamhafte Traude -, ist "Don Juan


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