Ohren auf!

Bob Schubert

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 32/07 vom 08.08.2007

Ob Franz Schubert der Bob Dylan seiner Tage gewesen ist? Wurscht. The proof of the pudding is in the eating, und dass man mit diesen beiden Göttern des Songwritings auf ähnlich gelassene und produktive Weise umgehen kann, beweisen die folgenden Alben. Die Osttiroler Band Franui hat 2006 im Rahmen der Ruhrtriennale am Projekt "wo du nicht bist" mitgewirkt. Ihre schlicht mit "Schubertlieder" (col legno) betitelte CD ist sozusagen der Soundtrack zu diesem "Musik- und Bildtheater". Das Besondere daran: Die Lieder kommen hier ohne Worte aus - nur am Schluss betätigt sich der Schauspieler Sven-Eric Bechtolf, der auch für Regie und Libretto verantwortlich zeichnete, als erstaunlich talentierter Sänger, der in Tom-Waits-Manier und auf Englisch die Trübsinnigkeit des Textes Lügen straft. Auch scheut sich das Nonett keineswegs vor deftigen Dissonanzen und ruraler Derbheit oder davor, Schubert in die pannonische Tiefebene zu entführen, vermeidet aber bei aller Freude an scharfen Kontrasten


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