Sette minuti

Kultur | Klaus Nüchtern | aus FALTER 32/07 vom 08.08.2007

MICHELANGELO ANTONIONI (1912-2007) Wer den großen italienischen Stilisten nur als Chronisten existenzieller Befindlichkeit und kultureller Krisen würdigt, hat das Entscheidende seiner Filme auch schon verpasst - ihre Schönheit.

In seiner wunderbaren Hommage an das italienische Kino "Il mio viaggio in Italia" (1999) beschreibt Martin Scorsese das Kino der Sechzigerjahre als eines der beständigen, gleichsam wöchentlich vorangetriebenen Grenzerweiterung. Der Italiener in diesem von den USA (Cassavetes) bis Südamerika (Glauber Rocher), von Spanien (Buñuel) bis Schweden (Bergman) und Frankreich (Godard) bis Japan (Oshima, Imamura) reichenden Netzwerk der Innovation: Michelangelo Antonioni, dessen "Italienische Trilogie" - der in Cannes ausgebuhte "L'Avventura" (1960), "La Notte" (1961) und "L'Eclisse" (1962) - Scorsese zu seinen prägenden Kinoerlebnissen zählt: "Die letzten sieben Minuten von, L'Eclisse' sind eine der lyrischsten Sequenzen, die je gedreht wurden."

In den Nachrufen, die


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