Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 32/07 vom 08.08.2007

Paul Albert Leitner Mitte der Sechzigerjahre stieg der Fotograf William Eggleston auf eine Billigkamera um und begann, Farbfotos vom eher schäbigen Alltag in den amerikanischen Südstaaten zu schießen. Farbfilm galt zu jener Zeit unter Künstlern noch als verpönt. Die Arbeiten von Paul Albert Leitner, die gerade im project space der Kunsthalle und in der Galerie Steinek zu sehen sind, lassen immer wieder an Egglestons farbstarke Aufnahmen denken. Leitner zelebriert Buntheit und das Ornament, wendet sich offensiv den Lieblingssujets der Hobbyfotografie wie Blumen oder Sonnenuntergängen zu. Seine Motivik könnte als Camp im Sinne einer Emphatisierung des Banalen, Kitschigen und Oberflächlichen beschrieben werden. Insgesamt überwiegt aber eine ironische Note. Der Fotograf geht also "Camping", wie Susan Sontag die halbherzige Adaption der Camp-Optik verächtlich genannt hat.

Ein großer Teil der ausgestellten Bilder hat der 1957 in Tirol geborene Fotograf auf Reisen geschossen. Dabei sind


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