Nüchtern betrachtet

Apokalypse vor dem Abflug

Kultur | aus FALTER 32/07 vom 08.08.2007

Wer mein Schaffen in den letzten Jahrzehnten mit der gebührenden Aufmerksamkeit verfolgt hat, wird wissen, dass ich der Häresie der Formlosigkeit zu entgehen trachte, indem ich den Ball schön flach halte und die Räume eng mache. Anders ausgedrückt: Ich kümmere mich nicht nur um Inhalte, sondern trage auch Sorge, dass die was Hübsches zum Anziehen haben und beim Spielen im Garten bleiben. Den Menschen, die mich in der U-Bahn oder neben mir her radelnd fragen: "Meister, wes bedarf ich?", antworte ich immer: "Eines Rahmens!" Gerahmt sieht alles gleich viel besser aus. Auch meinem letzten Urlaub gedachte ich, einen schönen Rahmen zu verpassen: Vor dem Petersburgaufenthalt ein russisches Essen, danach ein russischer Film - so war's geplant. Am Tag vor dem Abflug gingen wir daher mit Anselm ins Wladimir, und gemeinsam mit meiner Tochter sang ich "Wir geh'n russisch essen, russisch essen, russisch essen mit Anselm" - auf die Melodie von "Indisch essen" von Funny van Dannen. Die gute Stimmung,


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