Fragen Sie Frau Andrea

Felsoorvidék

Stadtleben | aus FALTER 32/07 vom 08.08.2007

Liebe Frau Andrea,

am Wochenende habe ich mich mit meinem burgenländischen Freund insoferne in die föderalen Haare gekriegt, als ich bei der Aufzählung meiner Lieblingsbundesländer auf das Burgenland vergessen habe. In der folgenden Burgenlanderörterung habe ich dann auch noch mit den Namen Heanzenland nichts anfangen können und den Begriff mit Herzenland übersetzt. Ganz falsch, oder? Bitte helfen Sie mir aus der Beziehungskrise,

Nina Gelpke, Margareten

Liebe Nina,

das Burgenland hat viele Namen. Als Deutsch-Westungarn ist es 1920 im Vertrag von Trianon Österreich zugesprochen worden und 1921 zum neunten Bundesland geworden. Als Landesname war "Heinzenland" in Betracht gezogen worden. Mit der Bezeichnung "Hianzn" beschäftigen sich mehrere Theorien. Die einen leiten den Begriff von den Gefolgsleuten Herzog Heinrichs II. ab. Andere wieder von den Güssinger Grafen Heinrich oder Heinz. Hobbydialektologen leiten es vom häufigen Gebrauch des "hianz" (jetzt) in der burgenländischen ui-Mundart ab. Das Burgenland setzt sich aus größeren und kleineren Teilen der vier altungarischen Komitate Pozsony (Pressburg), Moson (Wieselburg), Sopron (Ödenburg) und Vas (Eisenburg) zusammen. Weil alle vier im Deutschen auf "burg" enden, entstand der Name Vierburgenland (oder kurz Burgenland). Die Burgenlandkroaten nennen ihre Heimat Gradis`´´ce. Die ungarischen Burgenlandbezeichnungen Felso´´o´´rvidék (Oberwartland) und Lajtabánság (Leitha-Banat) sind auch nicht ohne Pepp.


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