Sommergespräche

Vorwort | Armin Thurnher | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

SEINESGLEICHEN GESCHIEHT Was wäre der ORF ohne diese? Um ein medienpolitisches Desaster ärmer.

Das Sommergespräch unterscheidet sich vom gewöhnlichen Gespräch durch die Jahreszeit. Sie verleiht ihm etwas Frivoles. Das Sommergespräch leidet sozusagen an leicht erhöhter Temperatur. Man stellt sich rote Bäckchen bei den Teilnehmern vor, Sektlaune möglicherweise, Flatterhaftigkeit, einen feinen Schweißfilm auf der Stirn, in dem die Last des Alltags auszubrechen scheint. Wie das kühlt und erhitzt zugleich! Man paddelt mit seinen Gedanken in Sprachwellen hinein, auf denen man, atemlos vor ihrer Gewalt, zum Gegenüber zurückrauscht.

Das Publikum ist verdutzt, charmiert, hingerissen von den Partnern, die einander hochschaukeln, abzuheben helfen, gegenseitig die Gedanken formend, einander mit Widerspruch und mit Zuspruch anfeuernd, nie die Sache aus den Augen verlierend, der sie neue Facetten abgewinnen, die sie so drehen und wenden, wie wir sie noch nie gewendet sahen, sodass auch wir


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