Gott lebt wieder

Robert Misik | Politik | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

RELIGION In den USA entscheiden die Bigotten Wahlen, muslimische Frömmler halten die Welt in Atem. Und in unseren Breiten wird der Papst zu einem eigentümlichen Popstar.

Vor vierzig Jahren prophezeite der Religionsexperte Peter Berger in der New York Times, dass sich "im 21. Jahrhundert religiöse Gläubige wahrscheinlich nur noch in kleinen Sekten finden" werden, "aneinandergekuschelt, um einer weltweiten säkularen Kultur zu widerstehen".

Die Prophezeiung war nicht ganz zutreffend. Die Religionen erfreuen sich immer noch einiger Beliebtheit, die meisten Weltgegenden wurden in den vergangenen 15 Jahren von einer regelrechten Spiritualisierungswelle überrollt. Der politisierende Islam sorgt für globale Unruhe, in den USA wurden strenggläubige evangelikale Protestanten zu einer wahlentscheidenden Kraft. Über Afrika und Lateinamerika fegt ohnedies ein Sturm der neuen Gläubigkeit. Selbst im säkularen Europa haben die Religiösen wieder Rückenwind.

Die Kirchen sind nicht voller - aber

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