Misiks Bibelkreis (I)

Wie "medienbewusst" war Jesus?

Politik | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

Bertolt Brecht, nach jener Lektüre gefragt, die ihn am meisten prägte, antwortete: "Sie werden lachen - die Bibel."

Nun, wer die Werke des großen B.B. kennt, hätte auch nicht daran gezweifelt. Der Dramatiker hat sich ziemlich häufig bedient aus der Heiligen Schrift. Macht nichts, die Bibel, als Textschatz, ist so etwas wie das Urzitat. Dass alles irgendwie Zitat ist, wir alle von medialen Bildern konstituiert werden, wie uns die Postmoderne lehrte, das ist nämlich nicht gar so neu: Seit dem Aufkommen der Buchreligionen leben die Menschen regelrecht "zitathafte Leben", eifern nach, modellieren ihre Ichs an literarischen Vorlagen. Das heißt freilich: Sie waren immer schon medienbewusst.

Eines der frühesten oder zumindest das erste große klassische Exempel von "Medienbewusstsein" finden wir in den Evangelien. Mir gefällt diese Geschichte außerordentlich, weil sie zeigt, wie sich auch ein Messias ans Skript halten muss, und gerade dieser Umstand für die Gläubigen seine Heiligkeit

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