Deserteure, unumworben


Barbara Tóth
Politik | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

ZEITGESCHICHTE Vor zwei Jahren schuf die Regierung die Möglichkeit, Opfer der NS-Justiz zu entschädigen. Die Bilanz ist beschämend.

Es war einer der Höhepunkte im sogenannten "Gedankenjahr", das die schwarz-blaue Regierung 2005 zur Erinnerung an fünfzig Jahre Republik und sechzig Jahre Kriegsende ausgerufen hatte: jenes Gesetzespaket, mit dem die Opfer der Naziverfolgung, aber auch die Wiederaufbaugeneration symbolisch durch eine finanzielle Einmalzuwendung gewürdigt werden sollten. Verabschiedet wurde es im Juli 2005.

Zwei Jahre später zeigt sich, dass die Wehrmachtsdeserteure, für die dieses Gesetz als späte Geste gedacht war, kaum in den Genuss der vorgesehenen Entschädigung kamen. Viel Geld gab es dafür für die Wiederaufbaugeneration, symbolisiert durch die im Gedankenjahr medial zu Müttern des nationalen Wiederaufbaus und als moralische Stützen der Nachkriegsgesellschaft hochstilisierten Trümmerfrauen.

47.500 von ihnen wurde eine "Anerkennungsprämie" von 300 Euro ausbezahlt.

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