Abkassieren!

Medien | Alfred J. Noll | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

KOMMENTAR Wenn Boulevardmedien mit sensationsheischenden Bildern unerlaubt Gewinne machen, sollen sie dafür bezahlen.

Das österreichische Medienrecht funktioniert - aber es funktioniert schlecht. Es wird seiner naheliegenden Ordnungsaufgaben nicht gerecht, weil es der zunehmenden Oligarchisierung der Medienunternehmen nicht Herr wird. Aber es hat ein weiteres schwerwiegendes Defizit: Der immer notwendigere Schutz der Persönlichkeitsrechte ist nicht effektiv genug.

Lässt man seminaristische Gedankenübungen zum Medienethos einmal beiseite, dann liegt die mangelnde Effektivität des Persönlichkeitsschutzes schlicht daran, dass der Verstoß gegen die einschlägigen Schutzvorschriften des Medienrechts zu wenig kostet.

Wer sich den Schutz der individuellen Privatsphäre und des allgemeinen Persönlichkeitsrechts zum Anliegen macht, der muss anfangen zu rechnen - und er muss sich zu einigen Vereinfachungen hinreißen lassen:

Zeitungen und Zeitschriften werden nicht als gemeinnützige Projekte


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