Welt im Zitat

Kultur | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

Toter Friedhof

Die Verwaltung der Wiener Städtischen Friedhöfe hat die geplante Veranstaltung zum 175-jährigen Jubiläum des Friedhofes Ottakring in Kooperation mit dem Wiener Volksliedwerk leider abgesagt. Bei den Recherchen in den historischen Unterlagen und in der einschlägigen Literatur kam es offensichtlich zu einer Verwechslung von zwei Friedhöfen. Nicht der Ottakringer Friedhof wird 175 Jahre alt, sondern ein nicht mehr existierender Friedhof auf der Schmelz wäre so alt geworden.

Presseaussendung des Wiener Volksliedwerkes.

Zerebrale Masturbation

Der erste Absatz ist ein starker Einstieg. Er konzentriert die Thematik und die vielfältigen Ebenen dieser "Erziehung der Lust": "Die Schönheit und die Weisheit des Zölibats verstand ich zum ersten Mal" (Ästhetik, Philosophie, eine andere Möglichkeit, ein Beginn), "als Christa Chili-Schoten zwischen den Händen zerrieb, mich danach masturbierte und schließlich wünschte, dass ich sie - um es mit ihren Worten zu sagen - in den Arsch ficke" (das Fremde, das Handgreifliche, der Sex, "ich" direkt neben "sie", sogleich ihre Sprache).

Der Standard erklärt uns (in Klammern), wie Robert Menasses neuer Roman wirklich zu verstehen ist.

Lauter Depperte!

Der fabulöse Villazón hat sich anbahnende Stimmprobleme lang ignoriert. Dass er jetzt schweigt, kann eine Überlebensfrage sein (eher sollte man diskutieren, ob die Festspiele der geeignete Veranstalter für Volksmusikabende sind). Anna Netrebkos Weigerung, mit einer Kehlkopfentzündung aufzutreten, ist eine Selbstverständlichkeit, überdies reicht die Absage zweier Sakralkonzerte im Kleinen Festspielhaus nur für intellektuell Mattbesonnte zum Skandal. Elina Garanca, die neben ihr hätte singen sollen, empfahl sich, als Unterbemittelte sie die "blonde Netrebko von der DG" nannten. Heinz "Tourette" Sichrovsky. Hat Villazón seine Stimme gar beim Exklusiv-Talk mit News ruiniert?


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