Ohren auf

Modern Piano

Kultur | Karl Duffek | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

Wenn Pierre Boulez heute in Salzburg oder Bayreuth als Dirigent bejubelt wird, so entbehrt das nicht einer gewissen Ironie. War er es doch, der in seinen Anfängen als radikaler Avantgardist gern Konzerte störte oder meinte, die Oper sei derart überholt, dass man für sie auch keine Spielstätten mehr brauche.

So milde er geworden sein mag, die revolutionäre Frische seiner frühen Kompositionen ist immer noch spürbar. Das beweist die Neueinspielung seiner "Notations", die, 1945 komponiert, buchstäblich am Beginn der Nachkriegsmoderne stehen. Der junge David Fray (Virgin/ Emi) wird allen Schwierigkeiten dieses kontrastreichen Klavierzyklus und auch der späteren "Incises" mustergültig gerecht. Die Koppelung mit Werken von J.S. Bach, deren Interpretation zudem nicht das gleiche Niveau erreicht, ist allerdings eher eigenwillig.

Für die britische Moderne war in den Fünfzigern Manchester ein wichtiger Kristallisationspunkt. Junge Komponisten wie Harrison Birtwistle oder Peter Maxwell Davies


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