Das Gold der Moderne

Nicole Scheyerer | Kultur | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

KUNST Rasanz, Fortschritt, Eleganz: Wie kein anderer Werkstoff verkörperte Aluminium die gestalterischen Ideale des frühen 20. Jahrhunderts.

Wie seltsame Wächter stehen sie in der Halle der Österreichischen Postsparkasse. Was hat es mit den silbrigen Säulen neben den Kundenschaltern auf sich? Wozu dienen ihre Schlitze und Kügelchen, so knapp über den Köpfen der Vorübergehenden? Diese Röhren sind zu eigenwillig gestaltet, als dass ihre Funktion auf den ersten Blick ersichtlich wäre. Am Ende hält man die sonderbaren Stelen gar für ein geometrisches Pendant zu den Schutzengeln an den Ecken des Dachs. Otto Wagners Lüftungskörper, deren warmes Gebläse im Winter den Schnee von der Glasdecke weht, und die vier Meter hohen Flügelwesen auf dem Bankgebäude verbindet ihr 1904 noch wenig gebräuchliches Material: Aluminium.

In der kleinen Ausstellung "Aluminium - Glanz der Moderne", die derzeit im Kassensaal der Bank zu sehen ist, faszinieren die Gebäudedetails fast mehr als die Exponate.

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