Geschichte mit Tschinbumm

Kultur | Joachim Schätz | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

FILM Wie reißerisch darf Gedenkkino sein? Ein kurzer Streifzug durch die Geschichte der filmischen Nazi-Exploitation anlässlich Paul Verhoevens formidablen Widerstandsthrillers "Black Book".

Hätten die Juden auf Jesus gehört ...", sekkiert ein Bauer die junge Frau, die er auf seinem Dachboden vor den Nazibesatzern versteckt hält und vor jeder Mahlzeit zum Vorbeten nötigt. In der nächsten Szene wird sein Haus von den Alliierten zerbombt. Die jüdische Sängerin Rachel (glamourös: Carice van Houten) flieht weiter, um Filmminuten später in einem SS-Hinterhalt ihre gesamte Familie zu verlieren. Nächste Station: Widerstand. "Black Book" hat es eilig: Morde, Schießereien und verwickelte Intrigenspiele in den besetzten Niederlanden von 1944/45 rattern zweieinhalb Stunden lang zügig am Publikum vorbei. Der Niederländer Paul Verhoeven, spätestens nach kaltschnäuzigen Hollywoodhits wie "Robocop" oder "Basic Instinct" fixiert auf körperliche Attraktionen aller Art, lässt in seiner


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