In Kürze

Kultur | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

Ulrich Plenzdorf (1934-2007) Wohl kaum ein Gymnasiast, der von Mitte der Siebzigerjahre an (und noch lange danach) die Oberstufe durchmachte, kam an den "Neuen Leiden des jungen W." vorbei, die 1972 als Bühnenstück geschrieben, ein Jahr danach als Roman herausgebracht und schließlich auch verfilmt wurden. Und es war ja auch eine pfiffige Idee des Sohnes kommunistischer Eltern und Studienabbrechers, in der aufs "bürgerliche Erbe" versessenen DDR ausgerechnet Goethes Kultroman als Folie zu verwenden, um den realitätstüchtigen Alberts dieser Welt mit schnoddrig-sarkastischer Intertextualität eine lange Nase zu drehen. Die progressiven Deutschlehrer waren begeistert, manche Schüler auch. Vier Millionen Auflage und Übersetzungen in dreißig Sprachen waren die Folge. Überaus erfolgreich war der spätere Bachmannpreisträger (1978) auch mit seinem Drehbuch für den Film "Paul und Paula" (1973). In den Neunzigern schrieb er in der Nachfolge von Jurek Becker die Drehbücher zur Erfolgsserie

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