Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

Sex

J'accuse! Der Antel ist gestorben, und sie zeigen keine Wirtinnenfilme. Wo die doch so wichtig waren einmal. Soll heißen, ich war als Teenie dermaßen ausgehungert nach Schlüpfrigkeit, dass die mir getaugt haben. Aber wie auch noch! Ich saß in meinem Geheimkasten mit dem Geheimschwarzweißfernseher und fand die Filme … arg. Rückblickend gesehen saupeinlich, allerdings schwant mir nur, wie schlecht die wirklich waren, weil ich seitdem keinen mehr gesehen habe. Ich habe eine Freundin, die ist in Amerika in streng puritanischem Umfeld aufgewachsen. Die kennt das auch. Die wird heute noch feucht, wenn sie einem Pfarrer die Hand drückt, vor lauter Verbotene-Verführungs-Fantasien. Da nutzt der ganze IQ und damit einhergehende Später-eh-besser-Wissens-Quargel nix. Auf jeden Fall ist der Antel jetzt tot, und ich kann ihm nimmer sagen, dass er vielleicht leiwandere Sexfilme drehen hätte sollen, weil ich wegen ihm lachhaft geprägt durchs Leben gehen und bei jedem Wirtshaus "Hihi" denken muss.

Heidi List

Fussball

Schande Gern missbrauche ich diese Kolumne, während ich Wolfgang Kralicek vertrete, um über die Ruhmestaten meines Vereins zu berichten. Der ging vor drei Jahren in den Konkurs und wurde neu gegründet. Anders als den Pleiteclub GAK fand man SC Bregenz, so heißt das einst stolze SW Bregenz jetzt, jedoch nicht in der Regionalliga, sondern in der Landesliga wieder (fünfte Leistungsklasse). Immerhin kämpften sie sich nun bis in die Regionalliga West hinauf. Dort werden sie bleiben, hoffentlich, denn am Samstag kassierten sie eine 7:0-Packung beim Titelfavoriten SV Grödig aus Salzburg, wo Wandervogel Dietmar Berchtold (einst auch SWB) spielt. Er schoss den Bregenzern ein Tor. Die mitgereisten "Fans" verhöhnten den eigenen türkischstämmigen Torhüter, ein großes Talent, mit rassistischen Rufen. So tief können Aufsteiger sinken.

Armin Thurnher


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