Stadtrand

Klirr!

Stadtleben | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

In Wirklichkeit gehen uns die Dinger ja seit Jahren mächtig auf den Geist. Doch wir wollten nicht kleinlich sein. Mülltrennung ist wichtig, das halten wir schon aus, dachten wir uns. Ist halt Pech, wenn man in Hörweite einer Altglassammelstelle wohnt. Und meistens schläft man doch eh gleich wieder ein, nachdem sich irgendein Trottel zu nachtschlafener Zeit mit mächtig Schwung von alten Flaschen getrennt hat. Damit müssen wir leben, dachten wir. Umso erfreulicher, dass sich jetzt die Stadtregierung um das Problem kümmert: Nach und nach werden die alten Glascontainer gegen neue ausgetauscht. Über 2000 Exemplare der lärmarmen Behälter mit flaschenbremsendem Gummizugsystem wurden in den Außenbezirken schon aufgestellt. Wobei man sich natürlich fragt, warum denn nicht auch innerhalb des Gürtels, wo's doch zwischen engen Häuserschluchten besonders schön klirrt? Und genau da liegt das Problem: Für die Entleerung der neuen, gedämpften Wunderdinger ist ein spezieller Kran notwendig - und mit dem kommt man nicht in jedes Gässchen. Auch Straßenbahnoberleitungen sind ein Problem. Hmmm. Wir versuchen also weiterhin, nicht kleinlich zu sein. M. S.


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