Fragen Sie Frau Andrea

Kanalfische

Stadtleben | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

Liebe Expertin Andrea,

als in Wien-Mitte Wohnende schaue ich gern auf meinen Alltagswegen in den Wienfluss. Zwischen Oskar-Kokoschka-Platz und Urania tummeln sich im flachen, schmutzigen Wasser an bestimmten Stellen zu bestimmten Tageszeiten Hunderte von Fischen. Da gibt es richtig große mit silbriger, in der Sonne glänzender Seite, ganz kleine, die in riesigen Schwärmen wie Sardinen unterwegs sind. Man kann wirklich ein buntes Treiben, Spielen und Kommunizieren der Fische beobachten. Das WWW gibt Auskunft, dass über dreißig Arten im Wienfluss leben, nennt aber außer der Nase (ja, so heißt einer) keine anderen. Mich interessiert, was da so vor meiner Haustür herumschwimmt.

Ihr Fan Doris Jungmayer

Liebe Doris,

tatsächlich tummeln sich zahlreiche Fischarten im Wienfluss. Ganz so viele, wie Ihre Recherchen ergeben, sind es allerdings nicht. Die Fischfauna im 34 Kilometer langen, stellenweise kanalisierten Wienfluss dominieren strömungsliebende Arten wie Aitel, Bachschmerle und Gründling, seltener sind quellnahe Fische wie Bachforelle, Elritze und Koppe. Aber auch Zander, Brachse, Kaulbarsch und Güster, Flussbarsch, Laube und Hecht finden sich in der Wien. Wegen der fischfeindlichen Architektur der Wienflusseinmündung in den Donaukanal tun sich die 28 hier heimischen Arten schwer, in den Wienfluss einzuwandern. Nase, Nerfling, Schied, Hasel und Barbe fehlen daher noch in der Wien. Bei den von Ihnen beobachteten Sardinenschulen könnte es sich um Elritzenschwärme handeln.


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