Das Ende des Habichts

Stadtleben | Wolfgang Paterno | aus FALTER 33/07 vom 15.08.2007

WIEN AM RAND (4) Diesmal steht eine Grünlanderkundung mit abschließendem Gockelhahn-Schaulaufen und Ziegenkäseeinkauf auf dem Programm.

Irgendwo im Nirgendwo. Rechts vom Gütenbachtor, der wohl abgelegensten Eingangspforte des Lainzer Tiergartens, steht eine Telefonzelle, Standortnummer 4978. Das Freizeichen klingt nicht nach Handyton, es ist die Melodie von vorgestern. Eine verendete Maus liegt neben der Schwingtür, ein kolossaler Käfer hat sich zum Sterben daneben niedergelassen. Ameisen lösen das Insekt allmählich in seine Bestandteile auf und transportieren es in ihren Bau. Eine Nacktschnecke bewegt sich langsam über den silberglänzenden Boden der Fernsprecheinrichtung. Ein Hinweis an der Steinmauer komplettiert den Eindruck der Einöde: Der Uranus, so verrät eine Außenstation des Planetenwanderwegs, sei von hier 2,875 Millionen Kilometer entfernt, die Umlaufzeit des Himmelskörpers betrage 83 Jahre und 273 Tage. Von einem imaginären Hochsitz aus betrachtet, präsentierte


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