Ölgeld für Sozialprojekte

Vorwort | Raimund Löw | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

AUSLAND Lateinamerikas linke Regierungen lösen sich vom Diktat des Internationalen Währungsfonds. Ist's Populismus oder Sozialismus?

Für den Präsidenten des ärmsten Landes Lateinamerikas hat Evo Morales ein ungewöhnliches Problem: Er weiß nicht, wohin mit dem Geld. Über ein Jahr nach der von der linken Regierung in La Paz verfügten Nationalisierung der Öl- und Gasförderung Boliviens steigen die Staatseinnahmen in so rasantem Tempo, dass den Ministerien die förderungswürdigen Projekte ausgehen. Eine halbe Milliarde Dollar, bestimmt zur Förderung der Kommunen, sind in der Zentralbank geparkt, weil die Bürgermeister mit Ausbauplänen für ihre Gemeinden nicht nachkommen. Ärzte aus Kuba und großzügige finanzielle Zuschüsse aus Venezuela haben zusätzlich eine beispiellose Sozialoffensive möglich gemacht. In Jeans und dem Poncho der Aymara-Indios gekleidet, lässt sich der Präsident persönlich von einem venezolanischen Helikopter in die entferntesten Gebiete bringen, um


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