100 Jahre große Koalition

Uwe Mattheiss | Politik | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

DEBATTE Das Mehrheitswahlrecht würde zu einer "österreichischen Lösung" führen.

Erscheint die Lösung eines politischen Problems überraschend einfach, ist Misstrauen angeraten. Das gilt auch für die Debatte ums Mehrheitswahlrecht, die in den letzten Ferienwochen das karge Stoffangebot für die Kommentarspalten auffettet. Woher kommt dieser Ruf nach "klaren Verhältnissen" so plötzlich in einem Land, dessen politische Kultur bislang eher von einem erstaunlich gewandten Umgang mit unklaren Verhältnissen geprägt war? Das erschließt die neue Wahlrechtsdebatte kaum. Vielleicht bedeuten die Worte ja etwas anderes, als sie sagen. Etwas verschiebt sich, bildet ein Symptom.

Die neue Regierung ist wieder ganz die alte, nicht in ihren Themen oder handelnden Personen, sondern als Rückkehr zu einer Konstante der österreichischen Nachkriegsgeschichte, die sich als eine einzige große Koalition lesen lässt. Nur gelegentlich unterbrochen von Episoden, die oft mit einer politischen Hypothek bei

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