Misiks Bibelkreis (II)

Jesus, Feind der Familie

Politik | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

Es ist eine der schönsten Seltsamkeiten der an Seltsamkeiten gewiss nicht armen Kirchengeschichte: dass die Christen - besonders jene Parteien, die unter christlicher Flagge segeln - die "Institution Familie" hochhalten. Wo die das her haben? Von ihrem Religionsstifter sicher nicht.

Von dem sind folgende Wendungen überliefert: "Ich bin gekommen, den Menschen zu entzweien mit seinem Vater und die Tochter mit ihrer Mutter und die Schwiegertochter mit ihrer Schwiegermutter. Und des Menschen Feinde werden seine eigenen Hausgenossen sein.

Wer Vater oder Mutter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert; und wer Sohn oder Tochter mehr liebt als mich, der ist meiner nicht wert." (Matthäus 10.35-37).

Überhaupt, was der durchschnittlich bigotte Kirchgänger unter "Familienwerten" versteht, hat Jesus, glaubt man den biblischen Geschichten, nicht sonderlich hochgehalten. Viele Worte hat er über Sex nicht verloren, was schon einigermaßen erstaunlich ist, da doch die alttestamentarischen Texte,

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