Bei Regen und bei Nebel

Kultur | Nicole Scheyerer | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

FOTOGRAFIE Margherita Spiluttini fotografiert für die Stararchitekten Herzog & de Meuron und gilt als eine der Besten ihres Faches. Dennoch wird Architekturfotografie nach wie vor unterschätzt oder als edle Oberfläche für Hochglanzgazetten missverstanden. Ein Porträt.

Ein Kuriosum wie der steinerne Basilisk auf dem Haus Schönlaterngasse 7 muss einfach verewigt werden: In der Gasse, in der Margherita Spiluttini wohnt, zücken täglich Touristen die Kamera. Der Legende nach verwandelte der Anblick dieses mittelalterlichen Monsters in Stein. Ein Fresko auf der Hauswand erzählt, wie ein Wiener Bäckersbub das Ungeheuer mit einem Spiegel austrickste. Man kann den Mythos vom versteinernden Blick des Basilisken auch auf die Funktion der Kamera übertragen: In der Fotografie tritt an die Stelle eines Sinneseindrucks, der Sehen, Hören, Riechen und Tasten umfasst, das "tote" zweidimensionale Abbild.

Die Fotografin Spiluttini hat auf diesen Verlust oft hingewiesen: Kein Bild kann das Erleben

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