Paschas in Pampers

Kultur | Wolfgang Kralicek | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

SALZBURGER FESTSPIELE Thomas Bernhard und Heiner Müller, Sex statt Vernunft: Bei den Salzburger Festspielen war heuer erstmals Thomas Oberender für das Schauspielprogramm verantwortlich. Eine Bilanz.

Wenn Menschen Windeln tragen, gibt es dafür zwei Gründe. Entweder sie sind erst seit kurzem auf der Welt. Oder nicht mehr lang. Erwachsene Männer, die am Ende ihres Lebens stoffwechseltechnisch wieder zu Babys werden, sind ein schrecklich komischer Anblick. Im Schauspielprogramm der Salzburger Festspiele bekam man heuer gleich zwei solche beklagenswerten Gestalten zu Gesicht. In dem Tanztheaterstück "Le Salon" von der belgischen Gruppe Peeping Tom wird dem inkontinenten Opa (Simon Versnel) am Ende eine Windelhose angelegt; in Luk Percevals Inszenierung "Molière. Eine Passion" trägt der von Thomas Thieme dargestellte Pascha am Ende Pampers.

Als Motto für diesen Festspieljahrgang hat der neue Intendant Jürgen Flimm die "Nachtseite der Vernunft" ausgerufen. Der Aufklärung, wie sie Mozart


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