Yoga mit Giacinto

Carsten Fastner | Kultur | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

SALZBURGER FESTSPIELE In "Sauser aus Italien. Eine Urheberei", einer szenischen Aufarbeitung der Musik von Giacinto Scelsi (1905-1988), legt Christoph Marthaler die Rituale der Neuen Musik frei.

Hinter dem Fenster im ersten Stock eines schon deutlich abgewohnten Appartementhauses sitzen vier Musiker in großer Abendgarderobe und spielen ein in höchstem Maße meditatives Streichquartett. Unter ihnen, auf der Terrasse, steht regungslos ein Mann und starrt wie in Trance auf die altertümliche Tonbandspule in seiner Hand. Schnell und gleichmäßig ergießt sich das Magnetband über ein paar Notenblätter, bis sich schließlich ein großer Haufen Bandsalat gebildet hat. - Ist das Musiktheater?

Es ist auf jeden Fall ein gelungener Versuch, einer der rätselhaftesten Figuren der jüngeren Musikgeschichte szenisch beizukommen. Mit seinem "Sauser aus Italien" hat sich Regisseur Christoph Marthaler für die Salzburger Festspiele auf der Perner-Insel Hallein des italienischen Komponisten Giacinto Scelsi

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