Ohren auf

Balkan global

Carsten Fastner | Kultur | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

Am Ende knistert ein herzzerreißendes Original, singt und spielt sich das Trio Mustafa Sudzuka die Sehnsucht von der Seele. Die historische Aufnahme aus dem Jahre 1908 beschließt einen unterm Strich gelungenen Überblick über das gegenwärtige Spektrum der "Sevdalinka" (Piranha/Lotus), der zutiefst melancholischen Form des bosnischen Liebesliedes mit slawischen, orientalischen und jüdischen Wurzeln. Mercan Dede, Jadranka Stojakovic´ und viele andere Bosnier aus aller Welt lieferten zeitgenössische Interpretationen, von denen ausgerechnet jene am überzeugendsten ausfallen, die sich am stärksten an der Tradition orientieren.

Die Modernisierung altehrwürdiger, stark regional gebundener Musikformen mithilfe internationaler Einheitsklänge ergibt eben selten mehr als globalisierte Beliebigkeit. Die rumänische Fanfare CiocaÇrlia verzichtete bei ihrem Blick auf die weite Welt immerhin auf den Einsatz von Elektronik und DJ. Stattdessen lud man für "Queens and Kings" (Asphalt Tango/Lotus)

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