Kritik kurz

Kultur | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

Kasimir und Karoline ist ein Volksstück der melancholischen Art. Als solches ist es in dieser Produktion des Armen Theaters Wien in einem hübschen Spiegelsaal etwas zu grell funkelnd beleuchtet und gleichzeitig in der angestrebten Zeitlosigkeit vielfach ins Harmlose gewandt. Denn Ödön von Horváth steht für guten Stoff auf Matura-Leselisten. Ihn selbst und seine Figuren umweht stets die Tragik der Zwischenkriegszeit. Unter der Regie von Erhard Pauer spielen sich die sieben Darsteller in die Herzen des launigen Premierenpublikums. Der laue Sommerabend fördert die beschwingte Stimmung und lässt das Ende einer Liebe weniger schicksalhaft und milieubedingt erscheinen. So wiegt die Liebe wenig gegen den sozialen Aufstieg. Allzu leicht erscheint die Bildung neuer Paare, und es fehlen das Gespür und die Unterscheidung zwischen dem Boden, auf dem die Kriegshetze so gut gedeihen konnte, und dem, der "nur" leidgeprüfte Gäste für Talkshows gebiert.

Bettina Hagen

Vom 20. bis 29.8., außer


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