Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

Sex

Extreme Spießumdrehung Ein Bekannter (35) hat den Klassiker gebaut und sich nach der Langzeitbeziehung eine unerwartet junge Freundin (21) eingetreten. Seitdem rätselt er, was daran genau der Jungbrunnen sein soll, weil die will öfter Sex als er. Beziehungsweise dauernd. Das sei ihm zu anstrengend. Meint er. Kürzlich hörte er sich "Heute nicht, Schatz, ich habe Migräne" sagen. Das klang echt verzweifelt. Wie hat sie reagiert? "Modern. Sie ergoogelte etwa 200 Seiten über den Entspannungseffekt von Sex - und ritt mich daraufhin gleich zweimal ab. Mit sehr kurzer Pause nur dazwischen. Ich fühle mich benutzt und ignoriert." Sofort rief ich die Dame an und gratulierte ihr zu ihrer Generation. Auf meine Frage, was sie denn fände an so unfassbar alten Knackern, meinte sie: "Süßer sind sie, weil älter und gleichzeitig unaufgeklärter, sexualhistorische Dinosaurier, weil die immer noch glauben, Sex ist arg." Darüber musste ich grübeln. Lange. Ich grüble immer noch. Kapiert das wer? Ich find Sex schon auch arg.

Heidi List

Fussball

Jammertal Der stolze Verein Wacker Innsbruck, vielfacher österreichischer Meister, Klub legendärer Trainer wie Leopold Stastny und Otto Baric und glorreicher Spieler wie Bruno Pezzey, Kurt Jara, Kurt Welzl, Friedl Koncilia und Roland Hattenberger, legt eine wohl einmalige Serie hin. Er hat seit 26 Spielen nicht mehr gewonnen. Dass Wacker nicht abgestiegen ist, hat er nur der Tatsache zu verdanken, dass die Skandale in der österreichischen Liga stets für Zwangsabsteiger sorgen. Nun haben die wackeren Tiroler einen Weg gefunden, ihre Qual zu verlängern und zu steigern: Sie kassieren Gegentore im letzten Augenblick. In den fünf letzten Spielen war das der Fall, es wurden jeweils zwei oder drei Punkte in letzter Sekunde vergeigt. Die Fans blieben dem letzten Heimspiel fern. Der Lask gewann 2:1 - durch ein Tor in der 92. Minute.

Armin Thurnher


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