Fragen Sie Frau Andrea

Schnapsologisches

Stadtleben | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

Liebe Frau Andrea,

ich habe letztens nach vielen Jahrzehnten zum ersten Mal wieder Bauernschnapsen gespielt. Dabei tauchten essenzielle Fragen auf. Warum hat man einen "Schneider", wenn man es während eines Bummerls nicht schafft, auch nur ein klitzekleines Pünktchen zu ergattern? Warum kann man den "Gang" (alle Stiche ohne Atout) auch "Ringerl" nennen, und wieso heißt die Spielvariante, in der der Zehner die höchste und das Ass die niedrigste Karte darstellen, ausgerechnet "Zehner/Loch"? Kommt der Name "Schnapsen" von den Erfrischungsgetränken, die während der Durchführung gereicht werden? Vielen Dank im Voraus,

Michael Kozeluh im Namen der Kartenrunde vom Irrsee

Lieber Irrseerundenmichael,

der Ausdruck "Schneider" bezieht sich auf das Untergewicht der Nähmeister, die in früheren Zeiten meist dürre Gestalten waren. Das Bummerl ist der dicke Punkt neben dem Namen. Der Gang (das Ringerl) wird auch Durchmarsch oder Land genannt, vermutlich haben da die Landsknechte früherer Zeiten ihre Kriegserfahrungen einfließen lassen. Ein Zehnerloch oder Zehnergang ist im Prinzip das Gleiche wie ein Gang, das Ass wird von der höchsten zur niedrigsten Karte, die Reihenfolge lautet: Zehner, König, Dame (Ober), Bub (Unter), Ass (das Loch). Bekommt man alle Stiche in einer Abfolge, wo Ass und Zehner vertauscht sind, also Ass, Bub (Unter), Dame (Ober), König, Zehner, hat man einen Zehnerring gespielt. Schnapsen kommt klarerweise vom ausgelobten Stamperl. Prost!


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