An der Gürtellinie

Stadtleben | Florian Obkircher | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

SZENE Der Gürtel ist ein beliebter Szenetreffpunkt - nicht nur dann, wenn die SPÖ zum Gratis-Open-Air Nightwalk bittet. Wie wurde die schmuddelige Verkehrshölle zur angesagten Ausgehmeile?

Es gibt wohl kaum einen schiacheren Ort für die kollektive Getränkeeinnahme unter freiem Himmel als die zwei schmalen Streifen zwischen Stadtautobahn und U-Bahn-Trasse. Der Verkehr donnert dreispurig vorbei, der Gestank der Abgase vermischt sich mit dem Dönergeruch, der aus den Imbisshütten vor den U6-Stationen herüberweht, und in praktisch jedem noch so mickrigen Gebüsch hockt eine beachtlich wohlgenährte Nagetierfamilie. Das Wiener Szenevolk kratzt das alles wenig - offenbar leben mehr Betonfetischisten in dieser Stadt, als man glauben möchte. Die Schanigärten der Gürtelwirte sind jedenfalls von Mai bis Oktober durchgehend gut gefüllt. Und wenn die SPÖ im August zum Nightwalk bittet, wird der Mittelstreifen zwischen Urban-Loritz-Platz und Ottakringer Straße sowieso zu einer einzigen Partyzone.


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