Radikale Renn-Semmel

Stadtleben | Martin Krusche | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

AUTOMOBIL Karg wie eine Mönchszelle, flott wie ein Wiesel. Was vor fünfzig Jahren als "Auto für alle" beworben wurde, genießt als "Puch-Schammerl" heute Kultstatus.

Ich hab' keinen brustschwachen 500er, sondern den 650er mit bärenstarken 19,8 PS." Die Kommastelle sitzt schon richtig, Georg Kurtz meint es ernst. Der Arzt aus Gleisdorf ist praktizierender "Puchianer". Vor rund einem Jahrzehnt hat er, damals gerade Turnusarzt, zugeschlagen. Seine "Renn-Semmel", ein Steyr-Puch 650 T, war über zwei Vorbesitzer auf nur 70.000 Kilometer gekommen.

Kurtz hatte schon als Student eine Anfälligkeit für kleine, flotte Autos verspürt. Die einstige "Ritter-Garage" in der Grazer Zinzendorfgasse galt damals als ein Ort, an dem Enthusiasten wie er ihre Sehnsüchte pflegen konnten. Ihm war natürlich klar, dass ein Klassiker eine "Sparbüchse" ist, in die man laufend einzahlen muss. An seinem Wagen fasziniert ihn immer noch, wie wenig technischer Aufwand für ein funktionstüchtiges Auto nötig ist.


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