Eine unheimliche Gegend

Politik | Herwig G. Höller | aus FALTER 34/07 vom 22.08.2007

NACHBARN Im Mai 1945 erschoss die jugoslawische Armee bei Maribor Tausende kroatische Nazi-Kollaborateure. Ein neu gefundenes Massengrab sorgt in der Steiermark nun für seltsame Zahlenspiele.

Der Straschuner Wald (stražunski gozd) im Mariborer Vorort Tezno ist der Stoff, aus dem Albträume gemacht sind. "Beide Namen, Tezno und Strašun, bezeichnen eine unheimliche Gegend, die dem Menschen Angst einflößt", schrieb 1957 eine österreichische Volkskundezeitschrift. Auf einem Schotterweg, der durch den dichten Mischwald voller dicker Spinnweben führt, verrotten Tierkadaver, der morbide Gestank erinnert an eine Gerberei. Auch ohne historisches Vorwissen wirkt hier vieles unheimlich.

Das wahre, kaum vorstellbare Ausmaß des Grauens von Tezno war aber bis vor kurzem weitgehend unbekannt. Wieder einmal hat alles mit dem Zweiten Weltkrieg zu tun: Nachdem die Wehrmacht Jugoslawien verließ, suchten Anfang Mai 1945 auch Tausende Nazi-Kollaborateure ihr Heil in der Flucht. Die Hoffnung dieser Flüchtlinge


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