Geächtet und verboten

Stadtleben | Martin Krusche | aus FALTER 35/07 vom 29.08.2007

TATTOO II Die lebende Legende Herbert Hoffmann sticht im steirischen Gleisdorf zu.

Als ich noch keine Tätowierungen hatte, fühlte ich mich als halber Mensch, schwach und unvollkommen", erzählt Herbert Hoffmann. Der 88-jährige Mann mit dem weißen Rauschebart und dem verschmitzten Lächeln ist der Altmeister der Tätowierer-Zunft und so etwas wie eine lebende Legende. Ende August kommt er zur Tattoo-Convention in Gleisdorf. Hoffmann entstammt einer begüterten Familie aus Pommern, es heißt, seine Erziehung sei puritanisch und streng gewesen. "In meinen jungen Jahren wurde das Tätowieren aus politischen Gründen geächtet und verboten. Ich hätte sehr gerne eine Tätowierung gehabt, doch ich musste sehr lange warten - bis ich 1949 als über Dreißigjähriger aus Krieg und Kriegsgefangenschaft zurückkam."

Er setzte seine Passion zuerst als Fotograf um. Hoffmanns Fotos Tätowierter aus den Fünfzigerjahren sind Zeitdokumente von Rang. Bald danach begann er, selbst zuzustechen: "Ich bin


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