hundert jahre zeitausgleich

Stadtleben | Johannes Schrettle | aus FALTER 35/07 vom 29.08.2007

Keine Wohlfühltankstelle!

Der Stadtrat sagt: Das Privatleben ist die Tankstelle, aus der du deine Kraft holst. Hier gilt es genau abzugrenzen... So ist es logisch, dass, wer sich auftanken will, dieses auf jeden Fall zuhause tun sollte anstatt am Hauptplatz, der ja keine Tankstelle ist, sondern, wie der Bürgermeister sagt, ein Wohlfühlplatz sein sollte und kein Protestplatz. Wir notieren: Ein Wohlfühlplatz ist keine Tankstelle, weswegen man klar abgrenzen muss, damit nicht ein Protestplatz daraus wird. Am 16.9. aber wird es ein Dorfplatz, weil ein Volkskulturfest gefeiert wird, wo wieder mal "eine bestimme Gruppe mit ihren exhibitionistischen und provokanten Absichten den ersten Platz der Stadt besetzen" wird. Schön jedenfalls, wenn sich Rot und Schwarz und Echt-Rot einig sind. Vielleicht haben sie wieder mal alle gemeinsam am Büchertisch neben dem Rathaus geschmökert und sind auf die Betrachtungen des Kaisers Marc Aurel - jetzt endlich in Taschenbuchform - gestoßen. Von meinem Erzieher lernte ich, weder für die Grünen noch für die Blauen […] Partei zu ergreifen. Man sieht hier wieder mal, wie wichtig die richtige Erziehung ist, vor allem wenn sie nicht von der entsprechenden Familie, dieser Tankstelle, vorgegeben ist. Meinem Urgroßvater ist es zu verdanken, dass ich nicht auf öffentliche Schulen zu gehen brauchte und erkannte, dass man dafür Geld ausgeben muss.


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