Vor 20 Jahren im Falter

Vorwort | aus FALTER 35/07 vom 29.08.2007

August 1987 klappte es endlich. "Der erste Versuch, vor zwei Jahren in Hamburg ein Interview mit Freddie Quinn zu machen, war damals an Freddys Misstrauen gescheitert. Zum vereinbarten Termin in einem chinesischen Lokal an der Reeperbahn war er nicht erschienen. Misstrauisch war er auch diesmal, als wir ihn im Restaurant Pumm bei der Johann-Pölz-Halle in Amstetten trafen, wo Freddy in der Operette, Feuerwerk' den Zirkusdirektor spielt., Zwanzig Minuten' hieß es da,, und keine Photos', aber nach einer halben Stunde war das Eis gebrochen., Sie sind', sagte er,, vielleicht die zornige junge Generation des österreichischen Journalismus', aber weshalb hätten wir zornig sein sollen? Und weshalb auf Freddy Quinn?

Wir wollten ihn erzählen hören, und es ist eine lange Geschichte geworden, ein wenig wehmütig, aber nie sentimental, ein bisschen bitter, aber ohne den leisesten Dünkel. Wir waren, man muss es nicht verschweigen, gerührt von Freddy., Wenn eine Geschichte nichts taugt', so sagt ein afrikanisches Sprichwort,, dann gehört sie dem, der sie erzählt hat. Wenn sie von Wert ist, dann gehört sie allen.'"

Hans Hurch und Wolfgang Koch waren von Freddy sichtlich beeindruckt. Freddy wiederum signierte sein Foto für die Falter-Leserschaft, samt Autogramm wurde es zum Cover. Das Gespräch selbst umfasste drei Falter-Seiten, und das obwohl allein der Kulturteil Autoren aufbot wie den Filmkritiker Rainer Gansera (zum 10. Todestag Roberto Rosselinis), den Architekturkritiker Dietmar Steiner ("Über die Erhaltung der Museen als Widerstandsnester der kulturellen Erinnerung" - wer würde das heute so formulieren!) und den Schweizer Schriftsteller Jürg Laederach, der die Schriften des kanadischen Pianisten Glenn Gould besprach. Mehr von Freddy im nächsten Falter. A.T.


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