Wenn Kinder töten

Christian Pfeiffer | Vorwort | aus FALTER 35/07 vom 29.08.2007

Kommentar Gewalt in den Medien kann Jugendliche brutalisieren. Wir müssen ihren Nachmittag vor Computerspielen retten.

Immer wieder wird die Öffentlichkeit durch schlimme Gewalttaten aufgeschreckt, von denen berichtet wird, der oder die Täter hätten sich am Vorbild eines Films oder eines Computerspiels orientiert. Im steirischen Leoben war das kürzlich so. Drei Jugendliche hatten sich offenbar durch einen Horrorfilm dazu inspirieren lassen, ein Mädchen erst vergewaltigen und dann ermorden zu wollen. Aufgrund eines glücklichen Zufalls wurde die Tat vereitelt. In Deutschland hatten zuletzt zwei 17-Jährige in der mecklenburgischen Kleinstadt Tessin ohne erkennbares Motiv ein Ehepaar mit über fünfzig Messerstichen umgebracht. Der Anführer der beiden, ein isolierter und in seiner Schule massiv gemobbter Jugendlicher, hatte seine soziale Ohnmacht mit Machtfantasien kompensiert, die ihm das virtuelle Töten in "Doom 3" und anderen Gewaltspielen verschaffte. Auf einmal war die reale Erfahrung

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