Die Antwort Gottes

Politik | Robert Misik | aus FALTER 35/07 vom 29.08.2007

Papstbesuch Gestern war er als Panzerkardinal gefürchtet, heute lieben sogar die Liberalen Bendedikt XVI., weil er sich gegen den Werterelativismus stellt. Was treibt "Professor Doktor Papst" an?

Es gibt Menschen, die das Kunststück zuwege bringen, immer unbekannter zu werden, je mehr sie an Berühmtheit zulegen. Papst Benedikt XVI. ist eindeutig so ein Fall. Man kannte ihn genau, als der Kardinal Joseph Ratzinger, damals gerade 78 Jahre alt geworden, zum Papst gewählt wurde. Er war der "Panzerkardinal", der schneidig scharf formulierende römische Großinquisitor, der Feind aller Reformen und oberste Strippenzieher aller vatikanischen Reaktionäre. "Es wird sehr schwer sein, diesen Papst zu lieben", sagte Leonardo Boff, führender Kopf der von Ratzinger kaltgestellten Befreiungstheologen, anlässlich von Benedikts Amtsantritt 2004.

Als Chef der römischen Glaubenskongregation war er ein Hardliner, und er hat kaum eine Gelegenheit ausgelassen, das unter Beweis zu stellen. Sein Chef, Papst


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