Misiks Bibelkreis (III)

Jesus und die Obrigkeit

Politik | aus FALTER 35/07 vom 29.08.2007

Heute wollen wir Paulus durchnehmen, besonders den Schlüsseltext des Christentums, den "Brief des Paulus an die Römer", also an die römische Urgemeinde. "Römer", wie wir bibelaffinen Menschen den Text zärtlich nennen, ist eine der wuchtigsten Schriften der religiösen Literatur, so wie Paulus, der sich zum jüngsten Apostel aufschwang, selbst eine der wirkmächtigsten Figuren der Weltgeschichte war. Paulus, der Jesus gar nicht gekannt hatte, war es, der überhaupt das Christentum begründete. "Römer" handelt von der Proklamation eines neuen Gottesvolkes. Paulus, der sich selbst den "Apostel der Heiden" nannte, verwandelte die Jüngerschaft Jesu. Die war zunächst nichts weiter als eine jüdische Sekte, die eben der Meinung war, der Messias sei schon gekommen und werde bald ein zweites Mal kommen. Das war bis Paulus eine innerjüdische Angelegenheit. Aber mit Paulus wurde der Universalismus eingeführt - jeder war für ihn Teil des neuen Gottesvolkes, wenn er nur an Jesus glaubte.

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