Im Ufo über Gratislava

Politik | Barbara Tóth | aus FALTER 35/07 vom 29.08.2007

Der Slowake Michal Hvorecky schreibt Romane, die das Lebensgefühl seiner Generation einfangen. Sie ist geprägt von neuen Freiheiten, alten Konsumzwängen und dem Wunsch, endlich reich zu werden

Weißt du was", sagt Michal Hvorecky, "wir treffen uns im Café Ufo." Nicht, dass es sein Lieblingslokal wäre. Aber es ist ziemlich typisch für ein Bild, das seine Heimat Slowakei von sich gerne vermitteln möchte.

Das Café Ufo also. Es liegt oder besser schwebt 85 Meter über der Donau auf den imposanten Stahlträgern der siebtgrößten Hängebrücke der Welt. 1972, als es eröffnet wurde, war das Ufo Ausdruck tschechoslowakischen Ingenieursstolzes und Symbol für kommunistischen Nationalismus. Bei aller Rede von den Segnungen der Gleichheit der Menschen: Die Machthaber im Osten legten sehr wohl Wert darauf, weiter, höher und besser zu bauen. Zumindest solange die Planwirtschaft sich noch nicht ad absurdum geführt hatte.

Nach der Wende im Jahr 1989 verfiel das Ufo eine Zeit lang in postsozialistischen


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