Kommentar

Oper in Wien: Quote für die Gegenwart?

Kultur | Carsten Fastner | aus FALTER 35/07 vom 29.08.2007

Mit der zeitgenössischen Kunst ist es wie mit dem Feminismus: Man kommt heutzutage nicht mehr umhin, irgendwie dafür zu sein, man kann sich mit ein paar Lippenbekenntnissen aber auch relativ einfach aus der Verantwortung stehlen, wirklich etwas dafür zu tun.

Die beiden Bundestheater Staatsoper und Volksoper beispielsweise haben den gesetzlichen Auftrag, "zeitgenössische und innovative Entwicklungen des Musiktheaters" zu fördern. Viel klarer kann man das nicht formulieren. Und tatsächlich findet sich im aktuellen Repertoire der Staatsoper auch ein wahrhaft zeitgenössisches Stück. Es heißt "Die Omama im Apfelbaum", wurde von der Komponistin Elisabeth Naske geschrieben und erlebte unlängst im Kinderzelt auf dem Dach der Wiener Staatsoper seine Uraufführung. Im Haupthaus indes wird die Gegenwart um ganze 74 Jahre verfehlt: Richard Strauss' spätromantische Oper "Arabella" (1933) ist im Spielplan der Saison 2007/2008 das jüngste Werk. Auch nur zehn Jahre jünger ist Carl Orffs "Die


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige