Buch der Stunde

Sehr paranoid

Kultur | Martin Droschke | aus FALTER 35/07 vom 29.08.2007

Großbritannien ist bereit für den Gottesstaat, George W. Bush eine Echse in Menschengestalt. Die US-Elite aus Politik und Wirtschaft versammelt sich regelmäßig an einem geheimen Kultplatz, um einem Eulengott Kinder zu opfern. Hätte es den 11. September 2001 nicht gegeben, man würde die Fantasien, mit denen sich Verschwörungstheoretiker und Fundamentalisten verschiedenster Couleur auf die Globalisierung einstimmen, für die Erfindung eines Kabarettisten halten. Doch die religiös motivierten Gotteskrieger meinen es ebenso ernst wie die Jünger des New Age, die gegen eine geheime, von Außerirdischen eingesetzte Weltregierung mobil machen.

Mit naiver Unbefangenheit begab sich Jon Ronson Ende der Neunzigerjahre auf eine Reise in das politische Absurdistan des Extremismus. 9/11 hat den Recherchen ein Ende gesetzt, seither wird auch ihm der Zutritt in die Zentren der Verschwörung verwehrt. Wichtiger als die Entlarvung neurotischer Agitatoren war für den britischen Journalisten die Frage,


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