Stadtleben

Stadtleben | aus FALTER 35/07 vom 29.08.2007

Sex

Sextexte Ich habe mir gestern den neuen Glavinic reingezogen und heute den neuen Menasse. Das wird jetzt keine Literaturkritik, nur so viel: gute Bücher! Beide beschreiben u.a. was Sexuelles oder über Körperlichkeiten. Jetzt kenne ich den einen persönlich und den anderen nicht. Folgendes Phänomen konnte ich beobachten: Beim Text von dem, den ich persönlich kenne, hatte ich Impulse wie: "Das schreibt man nicht, das tut man nicht, das sagt man nicht, Schweindl." Bei der Lektüre von expliziten Stellen des Buches von dem, den ich nicht kenne, konnte ich lesen, wie man halt was liest. Bewegt oder auch nicht, abstrakt berührt - Anteilnahme nur im Kopf. Der eine ist ein Saubattl und schreibt gut. Der andere ist ein Name auf einem Buch mit Schweinkram. Geschriebenes ist für mich immer was Empirisches. Dass das wer vorher erdacht hat, das will ich gar nicht bemerken. Gut, dass der Bukowski oder der Miller nicht in den gleichen Spelunken gesoffen haben wie ich.

Heidi List

Fussball

Hoffnung Es sah teilweise recht ordentlich aus, was die Österreicher da gegen nicht voll motivierte Tschechen zeigten. Immerhin schaute ein Unentschieden heraus. Was aber wirklich Hoffnung macht, ist die zunehmende Zahl junger Legionäre, die nicht nur im Ausland spielen, sondern dort auch Erfolg haben. Sie legen Gedanken an die erfolgreiche 78er-Generation nahe. Martin Harnik ist einer von diesen Jungen. Der Stürmer von Werder Bremen schoss das österreichische Ausgleichstor gegen Tschechien und gleich darauf das Siegestor von Werder Bremen im Bundesligaspiel gegen den 1. FC Nürnberg. Harnik hat zwar deutschen Akzent, aber österreichischen Schmäh. Nach seinem Tor ließ er zwei hundertprozentige Chancen aus, was er so kommentierte: "Man darf die Erwartungen nicht gleich so hochschrauben. Deshalb habe ich es heute bei einem bewenden lassen."

Armin Thurnher


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