Wo der Oloid rührt

Sebastian Fasthuber | Stadtleben | aus FALTER 35/07 vom 29.08.2007

WIEN AM RAND (6) Diese Woche folgen wir dem Ruf des Nordens. In Stammersdorf trinken wir ganz wenig Wein, am Bisamberg betrachten wir technisches Gerät.

Es ist so still, fast tut es weh. Die Region Stammersdorf/Bisamberg wird gern als Beweis dafür angeführt, wie grün und ländlich Wien am Rand sein kann, und das stimmt auch - hier kann man stundenlang durch Felder und Gebüsch wandern, oft, ohne einer anderen Menschenseele zu begegnen, und die Jugend würde, hätte sie nur die Geduld zu suchen, 1a-Fummelplätze vorfinden. Vor allem aber ist außer ein paar Grillen und den eigenen Schritten kaum etwas zu hören. Der Norden gibt sich schweigsam diskret.

Nicht überall herrscht Ruhe. Bei der Anreise ist der 31er bummvoll. Heute wird in Stammersdorf ein Fass aufgemacht. Weinfest, das bedeutet Ausnahmezustand. An diesen paar Wochenenden im Jahr werden die Stammersdorfer Straße und ihre Heurigen überflutet von Vergnügungssüchtigen in den besten Jahren, die das Diktum des Dichters bestätigen,

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