Ein Tag im Leben von Maria Z.

Stadtleben | Stefan Apfl, Donja Noormofidi | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

PORTRÄT Der Papst kommt nach Mariazell, und die Welt ist live dabei. Das Spektakel wird den Alltag der Obersteirer nicht verändern. 24 Stunden im Leben eines Gnadenortes.

Um fünf Uhr früh läutet der Wecker Schwester Dominika aus dem Schlaf. Die Nonne vom Salvator-Orden legt ihre blaue Tracht an, zieht sich den Schleier über den Kopf, sodass nur noch ein weißer Haarschopf zu sehen ist, und setzt ihre Brille auf. Sie arbeitet im Salvatorheim, mit seinen vierzig Betten eines der beiden größten Pilgerheime in Mariazell.

Es nieselt. Die Morgensonne bringt allmählich die Dämmerung über die Berge. Keine lästigen Anrufe, keine Pilgerschlange vor ihrem Empfangstisch - die frühen Morgenstunden sind Schwester Dominika die liebsten, eineinhalb Stunden hat sie für sich alleine. Zeit, um zu beten.

In den Straßen von Mariazell riecht es nach Rom. Und nach einem Deutschen. 1594 Einwohner hat der obersteirische Ort, täglich besuchen ihn dreitausend Pilger, Tendenz steigend. Die Gemeinde rüstet

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