Du heiliger Kitsch

Stadtleben | Wolfgang Kühnelt | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

WIRTSCHAFT Woher kommen all die Ratzinger-Kerzen, Madonnen und Holzschnitzereien, die an die Pilger verscherbelt werden?

In Hausmannstätten, nicht weit vom geplanten "Himmelreich-Tunnel", liegt ein unscheinbares graues Firmengebäude mit der Aufschrift "Kerzen-Fabriksverkauf". Es ist die letzte verbliebene österreichische Kerzenproduktion in größerem Stil. In den Hallen brummen riesige Maschinen, die aus dem Rohstoff Paraffin die verschiedensten Endprodukte herstellen. Die Hähne und Griffe mancher Apparaturen sind so von feinem Wachs überzogen, dass sie wie vereist wirken. Mit großen Fangarmen holen sich die Geräte entlang des Fließbands das weiche Rohmaterial, pressen es in unterschiedlich einstellbare Formen. Heiß ist es hier und laut. Es riecht erfreulich gut nach Zitrone, Wachs und ätherischen Düften. Prokuristin Karin Drauch führt stolz durch den Betrieb, den sie gemeinsam mit ihrem Vater und ihrem Bruder führt. In Jeans und T-Shirt unterscheidet sie sich auf den ersten


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