Heimkehr nach Europa


Raimund Löw
Vorwort | aus FALTER 36/07 vom 05.09.2007

AUSLAND Sechs Jahre 9/11 zeigen: Die Europäische Union und die USA gehen mit der Terrorgefahr völlig unterschiedlich um.

Wenn ich den noch etwas ungewohnten Weg zum Kommissionsgebäude der EU im Brüsseler Europa-Viertel zurücklege, dann ertappe ich mich als langjähriger Amerikakorrespondent regelmäßig dabei, suchenden Blicks nach Sicherheitskontrollen und Polizeisperren vor dem politischen Machtzentrum Europas Ausschau halte. Touristen posieren vor der schmucklosen zweisprachigen Aufschrift "Commission Europáenne. Europese Commissie". Belgische Landwirte verteilen Obst, Journalisten hetzen zum täglichen Mittagsbriefing, von der anderen Seite der Straße sind die Protestrufe polnischer Demonstranten gegen eine Schrumpfung der legendären Danziger Werft zu hören. Aber vom angeblichen "Krieg gegen den Terrorismus", der auf der anderen Seite des Atlantiks die politischen Eliten seit sechs Jahren fest im Griff hält, ist an der Drehscheibe für 500 Millionen EU-Bürger nichts zu merken.

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